Bild: Der Promptologe / ChatGPT
Der Promptologe ist der Experte beim Erstellen von KI‑Prompts. Er kann die besten Prompts erstellen. Er hat schon Agenten losgeschickt, als Dario und Sam noch zusammen im Homeoffice saßen. Er kennt sich mit allen Entwicklungen auf dem Feld der KI bestens aus, verfolgt alle Firmen und deren Releases und arbeitet immer mit den neuesten Versionen und Produkten. Er erkundet und erforscht die Möglichkeiten und kann diese Menschen wie Du und ich erklären. Und er nimmt die ganze Chose nicht todernst, wie Sie vielleicht schon vermuten. Im Hyperschall-Tempo der Veränderungen bleibt er gelassen.
Der Promptologe ist mein Alter Ego. Eigentlich bin ich ja Journalist, ganz altmodisch „Wissenschaftsjournalist“, für medizinische Themen. Studierter Genetiker, gelernter Diplomjournalist und begeisterter Computer-Spezi. Mit Aufkommen des Internets (ja, so alt bin ich) eingestiegen auf den digitalen Zug. Langjähriger Chefredakteur des größten digitalen Gesundheitsmagazins Deutschlands. Und seit 2022 KI – was soll ich sagen, die Zukunft hat uns hier links überholt.
Ich auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/harald-mandl/
Niemals habe ich damit gerechnet, noch zu Lebzeiten mit einer Maschine reden zu können. Dass eine Maschine nach ein paar Sätzen Anweisung unermüdlich Bilder zeichnet. Videos produziert. Musik komponiert. Der gute Alan Turing würde sich im Grab umdrehen, wenn er wüsste, dass sein Turing-Test vor drei Jahren von ChatGPT lässig vom Tisch gewischt wurde und niemand, wirklich niemand, das bemerkenswert fand.
Alan Turing postulierte im Jahr 1950: Wenn Menschen in ihrer Kommunikation nicht mehr feststellen können, ob sie mit einer Maschine oder mit einem anderen Menschen im Austausch sind, dann hat die Maschine den Turing-Test bestanden und es wird der Maschine ein dem Menschen ebenbürtiges Denkvermögen unterstellt.
Das war die Kurzfassung. Wer mehr darüber wissen will: der Turing-Test bei Wikipedia.
Das mit dem „ebenbürtigen Denkvermögen“ wird inzwischen eher nicht mehr so gesehen, das Thema wird vermieden, um bloß nicht in dieses Minenfeld zu geraten. Ich werde diese Diskussion hier auch nicht führen, weil ich wirklich nicht weiß, was menschliches Denkvermögen ist. Wer mehr über die Realität wissen möchte – und was uns die Naturwissenschaften dazu sagen können –, hier ist mein anderer Blog: 5Sigma.
Nachdem ich nun längere Zeit die Entwicklung der KI verfolge, dachte ich mir: „Der Promptologe kann Euch spannende Geschichten aus dieser irrwitzigen Welt erzählen. Gerne aus dem Alltag betrachtet, mit „Realitäts-Check“ statt Hype und einem durchaus erstaunten Blick auf Hyperschall-Kapitalismus und Entwicklungszyklen von Monaten statt Jahren. Mal sehen, ob es gelingt.
Ach ja, danke an meine Kollegin Annette Steibel. Sie kam auf die Idee, für den Namen dieses Blogs standesgemäß eine KI zu fragen, verfeinerte den Prompt mehrmals und so kam es zum „Promptologen“.
Offenlegung: Bei allen Texten des Promptologen kommt KI zum Einsatz.
Der folgende Absatz ist explizit meine persönliche Meinung – kein Lösungsvorschlag, keine Handlungsempfehlung für Redaktionen oder Plattformen, sondern eine Haltung, die ich für mich selbst im Umgang mit Texten entwickelt habe. Ausdrücklich nur für Texte, nicht für Bild, Ton oder Video – das sind andere Baustellen mit anderen Risiken, etwa bei Deepfakes, wo Herkunft sehr wohl eine Rolle spielt.
Es kommt einfach weiterhin auf den Text an. Ganz einfach: Ist der Text für mich relevant, erfahre ich etwas Wertvolles, habe ich Spaß am Lesen, kann ich etwas lernen? Dann ist es nebensächlich, ob der Text rein menschlich geschrieben ist oder ob eine KI bei der Recherche geholfen, kritisch gegengelesen oder gar den ganzen Text geschrieben hat.
Das andere entscheidende Kriterium: Ein Mensch zeichnet verantwortlich für den Text. Er hat entschieden, diesen Text zu veröffentlichen, weil er seinen Ansprüchen genügt. Dann ist es, wie gesagt, wenig relevant, ob und wie KI mitgearbeitet hat. Anstandshalber erwarte ich aber, dass immer alle Beteiligten an einem Text genannt werden – auch eine KI.
Bemerkenswerterweise trifft sich diese private Haltung mit einer Stelle im EU-Gesetzestext, die in der öffentlichen Debatte kaum jemand zitiert: Auch der Gesetzgeber befreit redaktionell verantwortete Texte von der Kennzeichnungspflicht, sobald ein Mensch dafür geradesteht. Das macht meine Meinung nicht zur objektiven Wahrheit – sie bleibt Meinung. Aber es ist eine hübsche Koinzidenz, dass ausgerechnet ein EU-Gesetzestext und meine Substack-Kolumne an derselben Stelle landen.



