Eine halbe Stunde… pro Woche
KI und deutsche Medien. Ein Elend.
Medienschaffender bei der Arbeit (Karikatur von ChatGPT, Prompt von mir)
Der Promptologe ist ja viel gewohnt von deutschen Medienschaffenden und deren affektiert vorgetragenen Berührungsängste mit Technik: Huch, da komme ich ja überhaupt nicht zurecht damit (bitte möglichst affektiert sprechen).
Aber das hier - ist bemerkenswert. Der Chefredakteur eines der größten Mediendienste Deutschlands schreibt zum Thema KI im Editorial der KI-Schwerpunktausgabe seines Magazins, des kress pro:
“Auch ich tue mich schwer damit. Dabei bin ich eigentlich absolut technologieoffen: Ich bin friedlich und gut gelaunt, wenn alles funktioniert. Aber ich werde absolut hässig, wenn die Technik streikt. Ich hatte nie den Anspruch, ein First Mover zu sein. Ich habe die SMS lange für ein Übergangsphänomen gehalten und verstehe heute noch nicht ganz, warum Menschen Videos auf ihrem Handy ansehen. Beruflich bedeutete das immer: Ich schalte mich gerne in Neuerungen ein, wenn die Nerds das anstrengendste Stück der Lernkurve schon genommen haben.”
Herrjeh, wo fängt der Promptologe denn nun an mit Aufklären? Offenbar hat der Chefredakteur die letzten paar Jahre von der Entwicklung der KI und ihrer Auswirkungen auf die Medien noch nicht so viel bemerkt. Der kress muss in einer glücklichen Ecke der Republik leben. Hunderte Millionen Menschen als Nerds einzustufen... immerhin, der Chefredakteur wird sich nun mal langsam und vorsichtig an KI annähern:
“Das Problem: Wie kommt man da ins Handeln? Ich habe mir vorgenommen, einen Trick von Beraterin Anita Zielina aufzunehmen, die wir für den Titel dieser Ausgabe interviewt haben. Sie rät, feste Zeiten für KI-Anwendungen und KI-Know-how zu reservieren. Ich fange mal mit einer halben Stunde pro Woche an.”
Na da macht sich der Promptologe keine Sorgen mehr um die Zukunft unserer Medien.
Wohlgemerkt in der durchaus lesenswerten Schwerpunktausgabe des kress zu KI für Medien und Journalisten:
Das Editorial ist tatsächlich frei lesbar im Netz:
https://kress.de/news/beitrag/152440-wiegand-warum-ki-journalisten-an-ihre-grenzen-bringt.html
Das ganze Heft kann man als ePaper (!) hier kaufen: 40 nützliche KI-Tools für Medien
Ob der Chefredakteur das weiß? Wo doch noch garnicht sicher ist, ob sich dieses Internetz denn durchsetzt…




