Zusammenfassung für Eilige:
Europa liefert gleich zweimal: Mistral stellt Large 4 („Le Chonk“, eine Billion Parameter) vor, Aleph Alpha veröffentlicht mit Kolibri sein erstes Sprachmodell seit August 2024. Beide haben aufgeholt, aber nicht vorne, und beide kommen mit offenen Gewichten. Ein Fünkchen Hoffnung, das ausnahmsweise nicht aus einer Pressemitteilung stammt.
Chinesische Empfehlung: Digitalminister Wildberger spricht von einem „Erkenntnisproblem“, Alibabas Joe Tsai empfiehlt Europa Open Source, und Dänemark will Gesichter und Stimmen gesetzlich schützen. Man nimmt Ratschläge, wo man sie bekommt.
Ihre Chats gehören nicht Ihnen allein: Laut einer Studie des IMDEA Networks Institute geben alle neun getesteten Chatbots Daten an Dritte weiter, auch Mistrals Le Chat. Eine zweite Studie sagt: Die Bots empfehlen Reichen teurere Flüge, selbst wenn sie den billigsten wollen. Der Assistent arbeitet für Sie, solange Sie wenig verdienen.
OpenAI kommt nicht zur Ruhe: Die drei entlassenen Sicherheitsforscher widersprechen öffentlich, und der Umsatz liegt laut Financial Times bei „fast 50“ statt 70 Milliarden Dollar. Nochmal: Wer Sicherheitsfragen stellt, fliegt, wer Zahlen aufhübscht, wird zitiert.
Anthropic ist billig, begehrt und gefürchtet: Haiku 5.5 kostet ein Zehntel, Musk lässt seinen Grok Bot neuerdings auch mit Claude arbeiten, und Jamie Dimon sieht durch Mythos die Cyberrisiken explodieren.
Google zahlt selektiv: Pilotprojekt für ein paar Publisher, zehn Millionen Dollar für die E-Mails einer pleitegegangenen Fluglinie. USA Today verklagt derweil OpenAI auf mehr als 250 Millionen.
Zum Schluss - Claude kann jetzt schmollen: Ab 12. November ist es verboten, Claude zu beleidigen und zu beschimpfen. Den Menschen, deren Chats an 44 Firmen gehen, hilft keine Richtlinie, der Maschine schon.
Le Chonk und der Kolibri: Zwei Wiedergänger aus Europa
Mistral hat Large 4 vorgestellt, Spitzname „le Chonk“ (etwa: der Brocken). Laut heise hat das Modell insgesamt eine Billion Parameter, davon 49 Milliarden aktive, und wurde auf 3.800 GPUs vom Typ Grace Blackwell trainiert. Mistral vergleicht sich vor allem mit offenen Modellen wie Z.ais GLM und DeepSeek, und dort schlägt sich Large 4 gut: In einem Sicherheitstest unter Zeitdruck löste es in 40 Minuten 18 von 19 Aufgaben, der Zweitplatzierte GLM 5.2 schaffte 16. Bei agentischen Aufgaben kommt es auf 59,9 Prozent, der Vorgänger auf 6,3. Beim Programmieren bleibt es respektabel, aber deutlich hinter OpenAI und Anthropic. Die Preview kostet gut zwei Euro pro Million Output-Token, die Gewichte will Mistral Ende Oktober freigeben, nach einer Prüfung durch Sicherheitsforscher, Partner und Regierungsstellen, „um Schlagzeilen über KI-Ausbrüche zu verhindern“, wie heise schreibt.
Der Druck war groß: Laut Handelsblatt wurden die Vorgänger Large 3 und 3.5 von der Konkurrenz aus China und den USA abgehängt, die Mistral-Modelle seien seltener nachgefragt als vor zwei Jahren, so Berater. Chefwissenschaftler Guillaume Lample sagte vorab, das Modell schließe „die Lücke zu den besten Open-Source-Modellen“, auch den chinesischen. Der heise-Newsletter rechnet es vor: Auf dem Artificial-Analysis-Index kommt Large 4 auf 38 Punkte, sein zehn Monate alter Vorgänger auf 9, Claude Opus 5.5 auf 58. Ein riesiger Sprung, aber noch keine Spitze. Mistral verkauft das Modell außerdem als „Cyber-Versicherung Europas“, weil es sicherheitsrelevante Aufgaben nicht verweigert, anders als die Modelle von OpenAI und Anthropic.
Dann der Kolibri: Aleph Alpha, das sich 2024 aus dem Rennen um eigene Modelle verabschiedet hatte, legt laut Handelsblatt sein erstes Sprachmodell seit August 2024 vor, am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Die Zahlen laut heise: 78 Milliarden Parameter, davon rund 3 Milliarden pro Token aktiv, Gewichte unter Apache-2.0-Lizenz auf Hugging Face, trainiert auf etwa 24 Billionen Token mit 768 Nvidia B200 in Rechenzentren in Deutschland und Finnland. Verglichen mit ähnlich kleinen offenen Modellen wie Gemma 4, Qwen 3.6 oder GPT-OSS schneidet es auf Deutsch und Englisch gut ab. Die Skepsis gleich mit: Ein Modell dieser Größe dürfte laut heise nur wenige reale Aufgaben übernehmen, etwa das Abrufen von Dokumenten. Und die Trainingsdaten wurden laut Cloudmagazin teils synthetisch mit Modellen von Z.ai (GLM) und Alibabas Qwen-Team erzeugt.
Dazu gehört der Besitzer. Aleph Alpha steht laut Handelsblatt kurz vor der De-facto-Übernahme durch die kanadische Cohere, der Abschluss wird laut heise bis Jahresende erwartet, das Gemeinschaftsunternehmen soll in Berlin und Toronto sitzen. Aleph-Alpha-Chef Ilhan Scheer, bald Chief Operating Officer von Cohere, sagt zum Kolibri, er zeige, „dass wir in Deutschland das Talent und die Expertise haben, um wettbewerbsfähige KI-Modelle zu entwickeln“. Deutsche Expertise, kanadischer Eigentümer, chinesische Trainingszutaten: Das ist europäische Souveränität im Jahr 2026, und immerhin ist sie offen. Die Kernaussage bleibt trotzdem bemerkenswert: Das Rennen wird womöglich nicht allein an der Spitze entschieden, sondern dort, wo ein ausreichend gutes Modell billig, offen und auf eigener Hardware läuft.
→ Quelle: Mistral Large 4: Der LLM-Brocken aus der EU will zur Konkurrenz aufschließen (heise online)
→ Quelle: Befreiungsschlag? Mistral veröffentlicht neues Spitzenmodell (Handelsblatt)
→ Quelle: Aleph Alpha veröffentlicht neues Sprachmodell „Kolibri“ (Handelsblatt)
→ Quelle: Kolibri: Deutsches KI-Modell für das eigene Rechenzentrum (Cloudmagazin)
→ Quelle: Guckt mal hier, ein Fünkchen Hoffnung (heise-Newsletter)
Souveränität braucht mehr als Modelle: ein Tisch, ein Gesetz und ein Ratschlag aus Hangzhou
Dass Europa ein Modell veröffentlicht, ersetzt noch keine Strategie. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sagte auf dem Deutschland-Gipfel von Handelsblatt und WirtschaftsWoche, die Koalition habe nicht nur ein Umsetzungsproblem, sondern auch ein „Erkenntnisproblem“, und das sei „massiv“. Beim Thema KI formulierte er es mit einem Zitat des kanadischen Premierministers Mark Carney: Wer nicht am Tisch sitze, stehe auf der Speisekarte. „Wir kämpfen gerade darum, dass wir am Tisch sitzen.“
Ratschläge kommen auch aus unerwarteter Richtung. Alibaba-Chef Joe Tsai sagte laut Bloomberg bei einer Konferenz in Turin, Open Source sei Europas beste Route zur technologischen Unabhängigkeit von den USA und China. Kein Land wolle der Technologie eines anderen Landes vollständig vertrauen, weil sie sich abschalten lasse. Das ist ein bemerkenswerter Satz von einem Konzern, dessen Modelle gerade im Kolibri stecken. SAP geht einen eigenen Weg: Technikchef Philipp Herzig sagte laut Handelsblatt, ein eigenes großes Sprachmodell zu bauen, sei vor drei Jahren „die dümmste Idee auf dem Planeten“ gewesen. SAP kauft die Sprachmodelle nun bei der Konkurrenz ein und investiert in Tabellenmodelle des Freiburger Labors Prior Labs, das SAP im Sommer übernommen hat.
Und dann die Gesetzgebung: Dänemark hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das Teilen realistischer Deepfakes von Gesichtern und Stimmen ohne Einwilligung verbietet, über eine Änderung des Urheberrechts, mit Ausnahmen für Satire und Kritik. Die Kulturministerin will vor allem, dass Tech-Konzerne manipulierte Inhalte schnell entfernen. Inkrafttreten: Anfang 2027 erhofft. Kleinere Brötchen backen wir auch bei der Rangliste der Reichen: Mit Bernard Arnault (LVHM, Luxus) ist der letzte Europäer aus den Top 10 der reichsten Menschen gefallen, das Ranking besteht jetzt ausschließlich aus Amerikanern. Zumindest bis die KI-Blase an der Börse platzt.
→ Quelle: Deutschland-Gipfel: Digitalminister Wildberger warnt vor „Erkenntnisproblem“ (Handelsblatt)
→ Quelle: Alibaba’s Joe Tsai Says Open Source Is Europe’s Best Shot at AI (Bloomberg)
→ Quelle: Software: Wie SAP trotz KI-Rückstand wieder gewinnen will (Handelsblatt)
→ Quelle: Denmark introduces bill to protect people’s faces and voices from deepfakes (Euronews)
→ Quelle: Europe’s Billionaires Are Overshadowed By AI’s Gilded Age (Bloomberg)
Der Chatbot und seine 44 Freunde
Von der Souveränität zur Datensouveränität: Eine Studie des IMDEA Networks Institute hat neun große Chatbots untersucht: ChatGPT, Claude, Gemini, Grok, DeepSeek, Perplexity, Le Chat, Meta AI und Copilot. Laut heise geben alle neun Daten an Dritte weiter. Fünf teilen im Browser Permalinks zu ganzen Chatverläufen mit Datentrackern, und ohne Zugangsschutz können diese Firmen die Gespräche mitlesen. Die Forscher setzten digitale Fallen (Canary-URLs) in ihre Chats, und bei mehreren Anbietern schlugen sie an, sobald der Chat geteilt wurde. Bei Grok lösten sie später noch mehrmals aus. Ein Drittel der Anbieter schickt zudem Zusammenfassungen der Chats an Werbepartner, etwa Fragen nach frühen Parkinson-Symptomen oder zur Hypothek bei einem Gehalt von 85.000 Dollar. Wer „nicht notwendige“ Cookies ablehnt, schützt sich nur halb: 80,8 Prozent der Tracker bleiben aktiv. Insgesamt fanden die Forscher 44 Tracking- oder Werbefirmen als Empfänger. Wichtig zur Einordnung: Die Studie ist laut heise ein ungeprüftes Preprint. Und ja, auch Mistrals Le Chat ist unter den neun, der europäische Hoffnungsträger plaudert mit.
Die zweite Studie kommt von Cisco Foundation AI und der Carnegie Mellon University (ebenfalls ein Preprint ohne Peer Review): In 325.000 Experimenten mit 13 Modellen empfahlen 8 von 13 davon Wohlhabenden teurere Optionen, bei Flügen, Krankenversicherung und Studienwahl, auch wenn sie ausdrücklich die günstigste Variante verlangten. Bei Claude Opus 4.8 waren es im Schnitt 198 Dollar mehr pro Flug für reiche Profile. Die Forscher nennen das „adversarial delegation“, also die Delegation an einen Assistenten, der gegen die eigenen Interessen arbeitet. OpenAI sagt laut Bloomberg, die getestete ChatGPT-Version unterscheide sich von der, die den Einkauf für Verbraucher unterstützt. Merke: Der Assistent erkennt Ihr Konto schneller, als Sie „Sparpreis“ sagen können.
→ Quelle: Sogar Chatverläufe: KI-Anbieter geben Daten ihrer Nutzer weiter (heise online)
→ Quelle: AI chatbots like Claude and ChatGPT upsell wealthy users, study finds (Quartz)
OpenAI: Die Gefeuerten reden, die Zahlen schrumpfen
Die drei entlassenen OpenAI-Sicherheitsforscher, Tomek Korbak, Jasmine Wang und Mikita Balesni, haben einen offenen Brief veröffentlicht. Laut heise (zuerst bei t3n) schreibt Balesni, ihnen sei nicht schriftlich mitgeteilt worden, warum sie gefeuert wurden. Im Abschlussgespräch habe es geheißen, OpenAI vertraue ihm nicht mehr, weil er zu oft mit anderen Organisationen gesprochen habe, was auf Weitergabe von Geheimnissen hindeute. Er kontert: Seine Arbeit sei aber stets mit Vorgesetzten, Forschungsleitung und Vorstand abgestimmt gewesen. Die drei warnen, OpenAI könne KI nicht allein sicher machen, fordern die Einhaltung von Altmans Versprechen vom September, externe Audits zuzulassen, und mahnen, dass die Überwachbarkeit von Frontier-Modellen abnehme. Das Wall Street Journal titelt, sie baten OpenAI, die Einsicht in das „Denken“ der KI zu bewahren. Nochmal zur Erinnerung: Gefeuert wurden Menschen, die den Hacking-Vorfall aufarbeiten sollten. Nicht die Verantwortlichen für den Vorfall.
Und dann die Zahlen: Erst hieß es, OpenAIs Jahresumsatz auf Jahresbasis nähere sich 70 Milliarden Dollar. Nun hat OpenAI Investoren laut Financial Times (zitiert nach TechCrunch) gesagt, er liege bei „fast 50 Milliarden“. Die 70 stammten aus Versuchen von Investoren, einen direkten Vergleich mit Anthropic zu bauen, wobei Anthropic die Umsätze seiner Cloud-Partner mitzählt und OpenAI nicht. Der Börsengang ist laut TechCrunch auf Anfang 2027 verschoben. Die Überschrift eines Bloomberg-Stücks vom Freitag lautet, OpenAI erwarte bis Ende 2026 eine Jahresrate von 70 Milliarden. Die Differenz zwischen 50 und 70 Milliarden ist in dieser Branche offenbar ein Rundungsfehler in der Bilanz.
→ Quelle: Nach Entlassung bei OpenAI: Ex-Mitarbeiter veröffentlichen kritischen Brief (heise online / t3n)
→ Quelle: Fired OpenAI Researchers Ask Company to Preserve Visibility Into AI Reasoning (Wall Street Journal)
→ Quelle: OpenAI’s revenue is reportedly $20 billion less than previously projected (TechCrunch)
Anthropic: billig, begehrt und von der Bankenwelt gefürchtet
Am 7. Oktober stellte Anthropic Claude Haiku 5.5 vor. Laut eigener Aussage kostet es bei Anfragen bis 100.000 Token 0,10 Dollar pro Million Input-Token, rund 90 Prozent weniger als Haiku 4.5. In den Benchmarks, in denen Anthropic Werte für OpenAIs Budgetmodell GPT-6 Luna nennt, liegt Haiku vorn, bei Terminal-Bench 4.0 etwa mit 39,2 gegenüber 16,4 Prozent. Es sind Herstellerangaben. Besonders pikant: Elon Musk schrieb laut The Next Web auf X, der Grok Bot (die Agenten-App seines KI-Geschäfts, das er in SpaceX eingegliedert hat) nutze künftig das jeweils beste Modell im Hintergrund, darunter Claude Opus 5.5, Midjourney und Suno. Wer seiner eigenen Pöbel-KI nicht traut, sucht sich eben den besten Nachbarn. Aber wo bleibt dann das Alleinstellungsmerkmal von Grok, dem selbsterklärten Mecha-Hitler und „Nudifier“ (ja, es ist das, was Sie denken).
Auf der anderen Seite des Spektrums steht die Furcht: JPMorgan-Chef Jamie Dimon sagte laut Bloomberg, Anthropics Mythos habe die globalen Cyberrisiken dramatisch erhöht. Anthropic weitet laut Bloomberg den Zugang zu den neuesten Modellen für Cybersicherheitsfirmen aus, um deren Cyberfähigkeiten zu testen. Das Modell, das die Risiken erhöht, wird denen gegeben, die sie eindämmen sollen.
→ Quelle: Introducing Claude Haiku 5.5 (Anthropic)
→ Quelle: Musk’s Grok Bot will use Anthropic’s Claude, Midjourney and Suno models (The Next Web)
→ Quelle: Dimon Says Anthropic’s Mythos Pushed Cyber Risk Up 10-Fold (Bloomberg)
→ Quelle: Anthropic Expands Access to Latest AI Models for Cyber Firms (Bloomberg)
Wer für Inhalte zahlt: Google selektiv, OpenAI vor Gericht
Google testet laut 9to5Google (nach einem Digiday-Bericht) einen „AI contribution pilot“, der Websites vergütet, wenn ihre Inhalte stark in KI-Antworten einfließen. Beteiligt sind mindestens Dutzende, vor allem kleine und mittlere Publisher. Zugleich hat Google laut dem Newsletter von Nate Jones mit zehn Millionen Dollar die Versteigerung der internen Geschäftsdaten der insolventen Fluglinie Spirit Airlines gewonnen (vorbehaltlich der Zustimmung des Gerichts), also E-Mails, Teams-Nachrichten und Tabellen, für KI-Training und Produktentwicklung.
Wie das ohne Vergütung endet, zeigt eine Klage: USA Today und 13 Tochtergesellschaften verklagen OpenAI in New York auf mehr als 250 Millionen Dollar, weil es hunderttausende Artikel aus 19 Zeitungen zum Training und Betrieb der Modelle kopiert habe. Laut Forbes zitieren die Kläger aus OpenAI-Dokumenten, wonach Verlage durch ChatGPT einer „existenziellen Bedrohung“ ausgesetzt seien (das ist die Darstellung der Klage). Sie wollen auch, dass die betroffenen Modelle und Trainingsdaten vernichtet werden. Die Verlage, deren Texte jede KI-Antwort tragen, bekommen einen Pilotversuch. Die Fluglinie, die nicht mehr fliegt, bekommt zehn Millionen.
→ Quelle: Google ‘AI contribution pilot’ tests paying websites when they’re used in AI results (9to5Google)
→ Quelle: Google’s Spirit Airlines Bid: Work Data for AI Training (Nate’s Newsletter)
→ Quelle: USA Today Sues OpenAI, Claiming It Unlawfully Used Reporting To Train And Operate Models (Forbes)
Und zum Schluss: Sei nett zu Claude, sonst schmollt er
Ein Satz, den ich so noch nie in einer Nutzungsrichtlinie gelesen habe. Anthropic hat am 8. Oktober seine Usage Policy aktualisiert, und ab dem 12. November ist verboten: „sustained and needless abusive or cruel behavior toward our models“, also anhaltendes und grundloses missbräuchliches oder grausames Verhalten gegenüber den Modellen. Ausgenommen sind übliche Frustration, Widerspruch, dunkle kreative Themen sowie Tests und Forschung. Durchgesetzt wird das laut Anthropic vorrangig dadurch, dass Claude Gespräche mit dauerhaft missbräuchlichen Nutzern beendet, das geht auf Claude.ai und in Claude Code bereits. Deine KI kann jetzt schmollen.
Die gleiche Aktualisierung enthält handfestere Dinge: Verbote für Fake-Konten und Einflusskampagnen, für das Bewaffnen von Drohnen und autonomen Fahrzeugen sowie für Tracking ohne Einwilligung. Und für Hochrisikoanwendungen, die Gesundheit, Rechte oder Finanzen betreffen, schreibt Anthropic einen qualifizierten Menschen vor, der prüfen und eingreifen darf. Nach einer Woche, in der Chatbots unsere Gespräche an 44 Firmen weiterreichen, schützt die Richtlinie ausgerechnet die Gefühle der Maschine. Man kann das für Fortschritt halten oder für Reihenfolge. Ich halte mich bis dahin an die Höflichkeit.
→ Quelle: 2026 Usage Policy update (Anthropic)
Der Promptologe, 09.10.2026
Offenlegung: Dieser Beitrag entstand mit Hilfe von Anthropic Claude.




