#Skill-Tipp Claude: Der Faktenchecker
Fakten automatisiert überprüfen – Der Promptologe hat das Werkzeug mit einem anspruchsvollen Medizin-Text aus der Apotheken Umschau getestet und ist beeindruckt.
Grafik Nano Banana 2, Prompt Der Promptologe
Zu den absoluten Grundlagen des Journalismus gehört das Überprüfen von Fakten und Quellen. Als erste Instanz sollte das natürlich der Schreibende selber machen, dann die Redaktion. Und bei großen renommierten Verlagen gab es in der Regel eine eigene Dokumentationsabteilung, die aktiv bei der Recherche half und als letzter Filter vor der Veröffentlichung nochmals alle Aussagen überprüfte sowie die Quellen dazu einsah.
Nun ist spätestens seit der Printkrise (also seit den letzten 20 Jahren) Sparen angesagt. Dokumentationsabteilungen sind unter Spargesichtspunkten ungeliebt, sie produzieren keinen „Content“, sondern verzögern oder verhindern sogar die Produktion desselben – wenn die Überprüfung unhaltbare Behauptungen ergibt. Wenn aber Qualität keine Rolle mehr spielt und Masse vor Klasse geht, stehen Dokumentationsabteilungen ganz oben auf der Streichliste von Sparkommissaren. Die Auswirkungen sind ja nicht kurzfristig zu spüren.
Der Promptologe weiß nur von wenigen Verlagen mit eigener Dokumentationsabteilung, die F.A.Z., die Süddeutsche Zeitung, Springer und natürlich der Spiegel mit seinen in der Branche legendären Dokumentaren gehören dazu. Auch die KI von Perplexity findet da nicht viel mehr.
Und – darauf ist der Promptologe besonders stolz – der Wort und Bild Verlag mit seinem Flaggschiff, der Apotheken Umschau. Schließlich verdient das Alter Ego des Promptologen da seine Brötchen.
Nun aber kommt ein Skill für Claude um die Ecke, der hier Abhilfe schaffen will. Und gleich vorweg – der ist richtig gut.
So gut, dass jeder Journalist ihn einsetzen sollte, um sein Manuskript zu überprüfen, jede Redaktion, um die eingereichten Artikel zu checken. Und auch die wenigen Dokumentare können davon nur profitieren:
Fact-Checker Skill for Claude
Man wirft ihm eine URL vor oder lädt ein Manuskript hoch und bekommt eine ausführliche Bewertung nach folgenden Kriterien:
Behauptungserkennung – Identifiziert alle überprüfbaren Sachaussagen im bereitgestellten Inhalt
Quellenrecherche – Durchforstet systematisch vertrauenswürdige akademische, behördliche und journalistische Quellen
Glaubwürdigkeitsbewertung – Stuft jede Behauptung mit den Bewertungen WAHR/FALSCH/TEILWEISE WAHR/UNBESTÄTIGT und entsprechenden Konfidenzniveaus ein
Bewertung der Quellenqualität – Berechnet Glaubwürdigkeitswerte anhand gewichteter Kriterien (Quellentyp, Methodik, Aktualität, Bestätigung)
Berichterstellung – Fasst umfassende Ergebnisse mit Belegen, Widersprüchen und Kontext zusammen
Ich habe ihn auf diesen Artikel losgelassen:
Das Ergebnis - beeindruckend
Sehr gut, die Skill-Anleitung ist geladen! Ich rufe jetzt den Artikel ab und überprüfe ihn systematisch.Gut, der Artikel ist geladen. Jetzt recherchiere ich die Kernaussagen systematisch gegen medizinische Quellen.Ich habe jetzt ausreichend Daten für den vollständigen Fact-Check. Hier ist der strukturierte Bericht:
🔬 Fact-Check-Bericht: Apotheken Umschau – „Diabetes mellitus Typ 1”
Quelle: apotheken-umschau.de | Autor: Michael Kästner | Medizinische Prüfung: Dr. med. Monika Lausberg | Aktualisiert: 21.11.2025
📋 Executive Summary
Der Artikel ist insgesamt von hoher Qualität und medizinisch zuverlässig. Die meisten Kernaussagen sind korrekt und durch aktuelle Quellen gut belegt. Es gibt jedoch zwei Ungenauigkeiten bei Zahlenwerten und eine Aussage, die einer wichtigen Präzisierung bedarf. Der Artikel ist nach gängigen Standards medizinisch geprüft und zitiert legitime Leitlinien und Behörden. Der Gesamteindruck ist seriös.
Gesamtbewertung: 86/100
📌 Detaillierte Befunde
Behauptung 1: „Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Beta-Zellen in den Langerhans-Inseln zerstört werden.”
Status: ✅ WAHR Konfidenz: HOCH (97%)
Laut RKI handelt es sich beim Typ-1-Diabetes um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem aufgrund einer fehlgeleiteten Reaktion insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört, was zu einem absoluten Insulinmangel führt. Diese Beschreibung ist medizinischer Konsens und durch Leitlinien (DDG 2023) sowie internationale Forschung vielfach belegt.
Behauptung 2: „In Deutschland leben etwa 340.000 Erwachsene und 35.000 Kinder mit Diabetes Typ 1.”
Status: ⚠️ TEILWEISE KORREKT Konfidenz: HOCH (90%)
Die Zahl von 340.000 Erwachsenen ist durch mehrere Quellen bestätigt. Laut Deutschem Gesundheitsportal (November 2025, gestützt auf den Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2026) haben 340.000 Erwachsene und 35.000 Kinder und Jugendliche einen Typ-1-Diabetes. Die RKI-Surveillance-Daten zeigen jedoch eine leicht abweichende Zahl: Im Jahr 2022 waren nach Registerdaten etwa 34.600 Kinder und Jugendliche in Deutschland an Typ-1-Diabetes erkrankt. Die Zahl 35.000 im Artikel gilt für eine etwas breitere Altersgruppe (bis 20 Jahre), ist aber an sich korrekt.
Behauptung 3: „Jährlich erhalten rund 3.700 Kinder und Jugendliche diese Diagnose.”
Status: ⚠️ VERALTET / ZU NIEDRIG Konfidenz: HOCH (92%)
Diese Zahl ist nicht mehr aktuell. Laut RKI-Diabetessurveillance lag die jährliche Neuerkrankungsrate im Beobachtungszeitraum 2014–2022 durchschnittlich bei etwa 4.071 Kindern und Jugendlichen pro Jahr; im Jahr 2022 allein wurden etwa 4.700 Neuerkrankungen geschätzt. Die im Artikel genannten 3.700 entsprechen älteren Registerdaten, etwa dem Wert aus dem Nationalen Diabetesbericht, der für frühere Jahre etwa 3.700 Neuerkrankungen jährlich dokumentierte. Die aktuell korrekte Zahl liegt also höher als angegeben.
Behauptung 4: „Diabetes Typ 1 tritt in über 50% der Fälle im Erwachsenenalter auf.”
Status: ✅ WAHR (weltweit), mit Kontext Konfidenz: MITTEL (75%)
Nach aktuellen internationalen Daten werden inzwischen mehr als die Hälfte aller Typ-1-Diabetes-Neudiagnosen bei Erwachsenen gestellt — von rund 510.000 Neuerkrankungen weltweit (2021) war mehr als die Hälfte mindestens 20 Jahre alt. Neuere Quellen stützen, dass rund 50 % aller Fälle sich erstmals vor dem 15. Lebensjahr manifestieren. Der Artikel ist korrekt, sollte aber klarstellen, dass sich diese Aussage auf globale Daten bezieht und beim Erwachsenen oft die LADA-Form (Latent Autoimmune Diabetes in Adults) vorliegt.
Behauptung 5: „Etwa 15–30% der Patienten erleben bei der Diagnosestellung eine schwere ketoazidotische Stoffwechselentgleisung.”
Status: ⚠️ TEILWEISE KORREKT Konfidenz: MITTEL (70%)
Die Angabe „15–30 %” ist eine weit verbreitete, aber quellabhängig schwankende Schätzung. Laut DEXIMED erleben bis zu 30 % der Patienten mit Typ-1-Diabetes eine Ketoazidose bei der Erstdiagnose. Das Deutsche Ärzteblatt dokumentierte für den Zeitraum 2000–2019 in Deutschland einen DKA-Anteil bei Kindern und Jugendlichen von 19,8 % bei Erstmanifestation. Die Spanne „15–30 %” im Artikel ist für die Gesamtbevölkerung vertretbar, aber bei Kindern in Deutschland liegt der Wert historisch eher im Bereich von 20 %. „Schwere” Ketoazidose bei Diagnosestellung war laut Ärzteblatt nur bei 6,1 % der Fälle zu beobachten — die Angabe im Artikel dürfte alle Ketoazidosen (leicht bis schwer) zusammenfassen, was der Begriff „schwer” nicht ganz deckt.
Behauptung 6: „Ein Blutzucker von 126 mg/dl (nüchtern) oder mehr bzw. HbA1c ≥ 6,5 % (48 mmol/mol) als Diagnosekriterien.”
Status: ✅ WAHR Konfidenz: HOCH (98%)
Diese Werte entsprechen exakt den Leitlinien der DDG und international anerkannten Diagnosekriterien (ADA, WHO). Sie sind medizinischer Standard.
Behauptung 7: „Immuntherapien sollen die Autoimmunreaktion stoppen. Mittel zum Verlangsamen gibt es schon (Teplizumab).”
Status: ✅ WAHR, aber präzisierungsbedürftig Konfidenz: HOCH (93%)
Die Aussage ist korrekt, aber die Formulierung ist unscharf: Teplizumab verlangsamt nicht die Erkrankung bei bereits Erkrankten, sondern verzögert das Einsetzen des manifesten Diabetes. Im Januar 2026 ließ die EU-Kommission Teplizumab zu — es ist der erste Wirkstoff, der den Übergang von Prädiabetes zu manifestem Typ-1-Diabetes um etwa 25 Monate hinauszögern kann. Da der Artikel vom November 2025 stammt, war die EU-Zulassung noch nicht erfolgt, aber die FDA-Zulassung seit 2022 war bereits bekannt. Der Artikel erwähnt Teplizumab korrekt, hätte aber das Wirkprinzip (Verzögerung des Ausbruchs, nicht Heilung) klarer beschreiben können.
Behauptung 8: „Full-Closed-Loop-Systeme sind in Deutschland noch nicht kommerziell erhältlich.”
Status: ✅ WAHR (Stand Nov. 2025) Konfidenz: MITTEL (78%)
Zum Zeitpunkt der Publikation war dies korrekt. Vollautonome Closed-Loop-Systeme (ohne jegliche Nutzereingabe) befanden sich noch in der Entwicklung oder klinischen Erprobung. Immer mehr Menschen nutzen Insulinpumpen und CGM-Systeme; besonders Kinder und Jugendliche profitieren von der Automatisierung der Therapie (AID).
📚 Quellenbibliografie (Bewertung)
Quelle Typ Glaubwürdigkeit RKI Diabetessurveillance Offizielle Behördendaten 95/100 DZD (Deutsches Zentrum für Diabetesforschung) Forschungsinstitut 92/100 DDG Leitlinie 2023 Medizinische Fachgesellschaft 97/100 Deutsches Ärzteblatt (peer-reviewed) Fachjournal 94/100 DEXIMED Ärztliche Fachinformation 85/100 DiabetesDE Patientenorganisation (DDG-nah) 80/100 Apotheken-Umschau selbst Medizinisch geprüftes Publikumsmagazin 78/100
🏆 Gesamtbewertung
Inhaltliche Glaubwürdigkeit: 86/100
Anzahl ✅ Korrekt 5 ⚠️ Teilweise korrekt / unscharf 3 ❌ Falsch 0
💡 Empfehlungen
Der Artikel ist für ein Publikumsmagazin überdurchschnittlich gut und medizinisch solide. Drei Verbesserungen wären sinnvoll:
Neuerkrankungsrate aktualisieren: Die Angabe von 3.700 Kindern pro Jahr sollte auf ca. 4.000–4.700 angehoben werden (RKI-Daten 2022).
Teplizumab präzisieren: Klarer herausstellen, dass Teplizumab das Einsetzen der Erkrankung verzögert, nicht die bestehende Krankheit behandelt — und inzwischen auch in der EU zugelassen ist (Januar 2026).
Ketoazidose-Prozentsatz: Den Begriff „schwer” korrekt abgrenzen; der DKA-Anteil bei Erstdiagnose liegt bei ~20%, die schwere Form nur bei ~6%.
Keine inhaltlich gefährlichen Fehlinformationen gefunden. Der Artikel ist für Laien gut verständlich und medizinisch verantwortungsvoll.






